SFD-700 mkII Benutzerhandbuch
SFD-700 mkII Benutzerhandbuch
Der SFD-700 mkII ist eine Floppy-Disk-Schnittstellenkarte fuer die Sharp MZ-Serie von Heim- und Geschaeftscomputern. Sie ermoeglicht den Anschluss von Standard-3,5"- oder 5,25"-Floppy-Disk-Laufwerken an Maschinen, die nie mit eingebauter Floppy-Unterstuetzung konzipiert wurden - oder die eine proprietaere und inzwischen schwer zu findende Erweiterungskarte benoetigten. Im Gegensatz zum originalen K&P SFD-700 von 1985, der nur im MZ-700 (und nur innerhalb der MZ-1U06-Erweiterungseinheit) funktionierte, ist der mkII ein voellig neues Design, das sieben verschiedene Sharp MZ-Hostmaschinen von einer einzigen Platine aus unterstuetzt, mittels eines Drei-Bit-MODE-Jumpers.
Dieses Handbuch behandelt alles, was zum Aufbau, zur Installation und zur Verwendung des SFD-700 mkII in Ihrem Sharp MZ-Computer benoetigt wird. Fuer detaillierte Hardware- und Logikdetails siehe den Technischen Leitfaden. Fuer Informationen zur Modifikation der CPLD-Logik oder ROM-Firmware siehe das Entwicklerhandbuch.
Was Sie benoetigen
Hardware
- Eine SFD-700 mkII v1.2-Platine - sechs Reserveplatinen sind beim Autor erhaeltlich (nur Portokosten); Kontakt ueber die Website. Gerber-Dateien befinden sich im Verzeichnis
releases/des Repositorys zur Eigenfertigung. - Alle im Stuecklistenverzeichnis aufgefuehrten Bauteile (die interaktive KiCAD-BOM ist in
kicad/v1.0/bom/ibom.htmlenthalten). - Ein Altera USB-Blaster (oder Klon) JTAG-Programmer zum Programmieren des CPLD nach der Montage.
- Ein oder zwei 3,5"-PC-kompatible Floppy-Disk-Laufwerke (DD oder HD). 5,25"-Laufwerke werden ebenfalls unterstuetzt.
- Ein 34-poliges IDC-Floppy-Flachbandkabel. Bei Verwendung von zwei Laufwerken muss das Kabel drei Anschluesse haben (PC-Stil mit Drehung zwischen Laufwerk B- und A-Anschluss).
- Ein Floppy-Stromkabel-Verteiler (4-Pin-Molex- oder Berg/Mini-Stecker je nach Laufwerkstyp).
- Ein Erweiterungsstecker fuer Ihre spezifische Host-Maschine - siehe Host-Anschluesse unten.
- Quartus II 13.0.1 SP1 Web Edition - erforderlich zum Kompilieren der CPLD-VHDL-Quelle. Diese spezifische Version wird benoetigt, da spaetere Versionen die Unterstuetzung fuer MAX7000S-Bausteine eingestellt haben. Verfuegbar im Intel FPGA Software Archive.
- Logical Devices CUPL v4.0 (optional, nur fuer v1.0/v1.1-GAL-Dateien) - kann unter DOSBox ausgefuehrt werden.
- Loetkolben mit feiner Spitze, Loetzinn und Flussmittel.
- PLCC-84-Sockel (erforderlich - der EPM7128SLC84 ist ein oberflaechenmontiertes PLCC-Bauteil und sollte in einem Sockel eingesetzt werden, um die Neuprogrammierung zu ermoeglichen).
- Antistatik-Matte und Handgelenkband - CMOS-Bausteine sind empfindlich gegen statische Aufladung.
Platinenueberblick
Die SFD-700 mkII v1.2-Platine traegt die folgenden Hauptkomponenten. Das Verstaendnis ihrer Positionen vor der Montage macht den Aufbauprozess unkompliziert.
| Referenz | Bauteil | Beschreibung |
|---|---|---|
| U1 | EPM7128SLC84-15 | Altera MAX7000S CPLD im 84-Pin-PLCC-Gehaeuse - implementiert die gesamte Buslogik |
| U2 | WD1773 | Western Digital Floppy Disk Controller IC |
| U3 | SST39SF040 (oder kompatibel) | 512 KB Flash-ROM - speichert Boot-Firmware (AFI ROM, ROM Filing System-Seiten) |
| U4 | 62256 (32KB SRAM) | Statisches RAM fuer ROM Filing System-Arbeitsbereich |
| X1 | 16 MHz Quarzoszillator | Primaere Taktquelle - geteilt auf 8 MHz fuer den WD1773 |
| J1 | MODE-Jumper (3-Pin x 1) | Waehlt die Host-Maschine (siehe MODE-Jumper) |
| J2 | JTAG-Header (10-Pin) | Verwendet zur CPLD-Programmierung ueber USB-Blaster |
| J3 | Floppy-Anschluss (34-Pin IDC) | Verbindet mit Floppy-Laufwerken ueber Standard-Flachbandkabel |
| J4 | Host-Bus-Anschluss | Verbindet mit dem Sharp MZ-Erweiterungsbus |
v1.2 Platine

Einstellen des MODE-Jumpers
Der Drei-Bit-MODE-Jumper (J1) teilt dem CPLD mit, in welcher Sharp MZ-Hostmaschine die Karte eingebaut ist. Der Wert wird vom CPLD bei jedem System-Reset gespeichert - er wird einmal beim Einschalten gelesen und intern gespeichert. Sie muessen den Jumper vor dem Einschalten des Host-Computers einstellen. Das Aendern des Jumpers bei eingeschaltetem Geraet hat keine Auswirkung bis zum naechsten Reset.
Der Jumper ist ein 3-Positionen-Binaer-Header. Das Kurzschliessen einer Jumperposition traegt 1 zum MODE-Wert bei; das Offenlassen traegt 0 bei. Die vollstaendige Wahrheitstabelle ist:
| MODE | Binaer (bit2:bit1:bit0) | Host-Maschine |
|---|---|---|
| 0 | 0 : 0 : 0 | Sharp MZ-80A / MZ-1200 |
| 1 | 0 : 0 : 1 | Sharp MZ-700 |
| 2 | 0 : 1 : 0 | Sharp MZ-80B |
| 3 | 0 : 1 : 1 | Sharp MZ-800 |
| 4 | 1 : 0 : 0 | Sharp MZ-1500 |
| 5 | 1 : 0 : 1 | Sharp MZ-2000 |
| 6 | 1 : 1 : 0 | Sharp MZ-2200 |
MZ-80A / MZ-1200 (MODE 0)
Der MZ-80A betreibt seine Z80-CPU mit 2 MHz, was zu langsam ist, um zuverlaessig das DRQ-(Data Request)-Flag des WD1773 abzufragen und jedes Byte abzuholen, bevor das naechste eintrifft. Das CPLD handhabt dies automatisch in MODE 0, indem es das DRQ-Signal direkt auf Flash-ROM-Adressbit A10 leitet. Doppelte Kopien der Leseroutine werden in jedem 1-KB-Segment des Boot-ROMs gespeichert - der DRQ-Status waehlt den korrekten Pfad direkt in der Hardware und umgeht die Software-Polling-Schleife vollstaendig. Sie muessen hierfuer nichts konfigurieren; es ist automatisch. MZ-700 / MZ-1500 (MODEs 1 und 4)
Diese Maschinen verfuegen ueber einen Speicherverwaltungscontroller, der ihren internen DRAM und CGROM in den oberen Adressraum (D000h-FFFFh) ein- und ausblenden kann. Das CPLD ueberwacht die Speicherverwaltungs-I/O-Ports (0xE0-0xE6) und aktiviert oder deaktiviert automatisch das Flash-ROM und RAM des SFD-700, um alles konsistent mit dem Paging-Status des Hosts zu halten. MZ-80B, MZ-800, MZ-2000, MZ-2200 (MODEs 2, 3, 5, 6)
Diese Maschinen enthalten Floppy-Disk-Bootstrap-Firmware in ihren eingebauten IPL-ROMs, sodass das Flash-ROM des SFD-700 nicht in den Adressraum abgebildet wird. Das CPLD uebernimmt weiterhin die I/O-Dekodierung, FDC-Steuerung und die vom WD1773 erforderliche Datenbus-Invertierung. Der eigene IPL-Code der Maschine kommuniziert direkt mit dem WD1773 ueber die I/O-Port-Dekodierlogik des CPLD.
Der MZ-80A betreibt seine Z80-CPU mit 2 MHz, was zu langsam ist, um zuverlaessig das DRQ-(Data Request)-Flag des WD1773 abzufragen und jedes Byte abzuholen, bevor das naechste eintrifft. Das CPLD handhabt dies automatisch in MODE 0, indem es das DRQ-Signal direkt auf Flash-ROM-Adressbit A10 leitet. Doppelte Kopien der Leseroutine werden in jedem 1-KB-Segment des Boot-ROMs gespeichert - der DRQ-Status waehlt den korrekten Pfad direkt in der Hardware und umgeht die Software-Polling-Schleife vollstaendig. Sie muessen hierfuer nichts konfigurieren; es ist automatisch. MZ-700 / MZ-1500 (MODEs 1 und 4)
Diese Maschinen verfuegen ueber einen Speicherverwaltungscontroller, der ihren internen DRAM und CGROM in den oberen Adressraum (D000h-FFFFh) ein- und ausblenden kann. Das CPLD ueberwacht die Speicherverwaltungs-I/O-Ports (0xE0-0xE6) und aktiviert oder deaktiviert automatisch das Flash-ROM und RAM des SFD-700, um alles konsistent mit dem Paging-Status des Hosts zu halten. MZ-80B, MZ-800, MZ-2000, MZ-2200 (MODEs 2, 3, 5, 6)
Diese Maschinen enthalten Floppy-Disk-Bootstrap-Firmware in ihren eingebauten IPL-ROMs, sodass das Flash-ROM des SFD-700 nicht in den Adressraum abgebildet wird. Das CPLD uebernimmt weiterhin die I/O-Dekodierung, FDC-Steuerung und die vom WD1773 erforderliche Datenbus-Invertierung. Der eigene IPL-Code der Maschine kommuniziert direkt mit dem WD1773 ueber die I/O-Port-Dekodierlogik des CPLD.
Host-Anschluesse
Jede Sharp MZ-Maschine stellt ihren Erweiterungsbus ueber einen anderen Anschluss bereit. Nachfolgend eine Zusammenfassung der Anschlussmethode fuer jeden unterstuetzten Host.
| Host | Erweiterungsmethode | Hinweise |
|---|---|---|
| MZ-80A / MZ-1200 | Direkter Kantenanschluss am hinteren Erweiterungsport | 50-Pin- oder 60-Pin-Busanschluss je nach Revision |
| MZ-700 | MZ-1U06-Erweiterungseinheit oder benutzerdefinierter Adapter | Siehe Hinweis unten bezueglich MZ-1U06 vs. benutzerdefinierter Adapter |
| MZ-80B | Hinterer Erweiterungsslot | Standard MZ-80B-Busheader |
| MZ-800 | Hinterer Erweiterungsslot | MZ-800-Busanschluss |
| MZ-1500 | EXT700-Adapter oder direkter hinterer Erweiterungsanschluss | Der EXT700-Adapter (separates Projekt) verbindet den MZ-700-artigen Erweiterungsbus |
| MZ-2000 | MZ-2000-Erweiterungseinheit | Slot im Erweiterungschassis |
| MZ-2200 | MZ-2200-Erweiterungsslot | Hinterer Erweiterungsanschluss |
MZ-700-Hinweis: Der originale K&P SFD-700 war ausschliesslich fuer den Einsatz innerhalb der MZ-1U06-Erweiterungseinheit konzipiert, die externe Paging-Logik bereitstellte. Der SFD-700 mkII enthaelt seine eigene Paging-Logik im CPLD und funktioniert sowohl innerhalb des MZ-1U06 als auch in jedem benutzerdefinierten Erweiterungsadapter - dies ist eine der wichtigsten Verbesserungen gegenueber dem K&P-Original.
Installation im Host-Computer
Sicherheit zuerst: Schalten Sie den Host-Computer immer aus und trennen Sie ihn vom Stromnetz, bevor Sie eine Erweiterungskarte ein- oder ausbauen. Die Sharp MZ-Maschinen laufen mit 5V; das Ein- oder Aussetzen von Karten im eingeschalteten Zustand kann sowohl die Karte als auch den Host beschaedigen.
Allgemeines Installationsverfahren:
- Stellen Sie den MODE-Jumper (J1) am SFD-700 mkII fuer Ihre Host-Maschine ein, bevor Sie die Karte einbauen.
- Schalten Sie den Host-Computer aus und trennen Sie ihn vom Netz.
- Setzen Sie den SFD-700 mkII in den entsprechenden Erweiterungsslot oder Adapter fuer Ihre Maschine ein. Stellen Sie sicher, dass alle Kantenanschluss-Pins festen Kontakt haben.
- Verbinden Sie das 34-polige Floppy-Flachbandkabel von J3 am SFD-700 mkII mit Ihrem/Ihren Floppy-Laufwerk(en). Siehe Anschluss von Floppy-Laufwerken unten.
- Verbinden Sie die Floppy-Laufwerksstromversorgung vom internen Netzteil des Hosts oder einem externen Netzteil.
- Schalten Sie den Host-Computer ein.
Anschluss von Floppy-Laufwerken
Der SFD-700 mkII unterstuetzt bis zu vier Laufwerke (A bis D). In der Praxis ist eine Konfiguration mit einem oder zwei Laufwerken am haeufigsten. Standard-3,5"-PC-kompatible Double-Density-(DD)- oder High-Density-(HD)-Laufwerke funktionieren ebenso wie 5,25"-Geraete.
Laufwerksauswahl und Motorsteuerung
Die Laufwerksauswahl wird durch Schreiben auf I/O-Port 0xDC gesteuert. Die unteren drei Bits kodieren das aktive Laufwerk:
| Bits [2:0] Wert | Ausgewaehltes Laufwerk |
|---|---|
| 0 | Keines (alle abwaehlen) |
| 4 | Laufwerk A |
| 5 | Laufwerk B |
| 6 | Laufwerk C |
| 7 | Laufwerk D |
Bit 7 desselben Bytes steuert den Spindelmotor - schreiben Sie 1, um den Motor zu starten, 0, um ihn zu stoppen. Der Motor muss laufen (und der Laufwerkskopf muss eingeschwungen sein), bevor Lese- oder Schreibbefehle an den WD1773 ausgegeben werden.
Kabel-Hinweis: Standard-PC-Floppy-Kabel haben eine Drehung zwischen den B- und A-Anschluessen. Bei Verwendung eines Kabels mit Drehung reagiert das physisch am Endanschluss (nach der Drehung) angeschlossene Laufwerk als Laufwerk A; der mittlere Anschluss ist Laufwerk B. Beide Laufwerke sollten ihren DS-(Drive Select)-Jumper auf DS1 (Drive 1) eingestellt haben, wenn ein Kabel mit Drehung verwendet wird. Bei Verwendung eines geraden (ohne Drehung) Kabels stellen Sie die Drive-Select-Jumper einzeln ein (DS0 fuer Laufwerk A, DS1 fuer Laufwerk B).
Terminierung: Nur das letzte Laufwerk am Kabel sollte seinen Terminierungswiderstandspack eingesetzt haben. Bei den meisten modernen 3,5"-Laufwerken ist der Terminator eingebaut und kann nicht entfernt werden - dies ist fuer Einzellaufwerkskonfigurationen in Ordnung. Bei Zwei-Laufwerks-Konfigurationen mit aelteren 5,25"-Laufwerken entfernen Sie den Terminator von Laufwerk A (dem mittleren Anschluss) und lassen ihn nur an Laufwerk B (Kabelende) eingesetzt.
Einschalten und Ersttest
Nach Installation und Laufwerksanschluss schalten Sie den Host-Computer ein. Das erwartete Verhalten haengt von der Host-Maschine ab:
MZ-80A / MZ-1200: Die Maschine startet normal von ihrem eingebauten Monitor-ROM. Um von einer Floppy-Disk zu booten, geben Sie F am Monitor-Prompt ein. Das AFI-ROM des SFD-700 mkII uebernimmt die Kontrolle, dreht Laufwerk A hoch und versucht, den Bootsektor zu laden.
MZ-700: Ebenfalls normal booten und F am Monitor-Prompt eingeben, um einen Floppy-Boot einzuleiten. Wenn das ROM Filing System (RFS) in das Flash-ROM des SFD-700 mkII programmiert wurde, enthaelt das Anmelde-Banner "
+ RFS" und der vollstaendige RFS-Befehlssatz ist am * -Prompt verfuegbar - siehe den Abschnitt ROM Filing System unten.
MZ-80B, MZ-800, MZ-2000, MZ-2200: Diese Maschinen booten automatisch von Floppy, wenn eine bootfaehige Diskette in Laufwerk A eingelegt ist und der IPL der Maschine das Laufwerk erkennt. Beim MZ-80B und MZ-800 initialisiert die eingebaute Monitor-Firmware den WD1773 direkt ueber die I/O-Ports des SFD-700.
MZ-1500: Erfordert den EXT700-Adapter oder Aequivalent. Folgen Sie dem MZ-700-Bootverfahren, sobald der Adapter angeschlossen ist.
Wenn die Maschine nicht auf Floppy-Befehle reagiert, ueberpruefen Sie die MODE-Jumper-Einstellung, verifizieren Sie die Orientierung des Flachbandkabels (Pin 1 des Kabels, ueblicherweise durch einen roten Streifen gekennzeichnet, muss mit Pin 1 von J3 am SFD-700 mkII uebereinstimmen) und stellen Sie sicher, dass das Laufwerk Strom hat.
ROM Filing System (RFS)
Das ROM Filing System (RFS) ist eine Software-Suite, die im Flash-ROM des SFD-700 mkII gespeichert ist und den Monitor der Host-Maschine mit einem umfassenden Satz erweiterter Befehle erweitert. RFS wurde vom tranZPUter-Projekt portiert und fuer die SFD-700 mkII-Hardware angepasst. Beim Booten wird das vertraute SA-1510-Monitor-Anmeldebanner mit "
Flash-ROM-Seitenlayout
+ RFS" ergaenzt, wenn das Filing System erfolgreich initialisiert wurde, und der Standard-* -Prompt erscheint. Alle originalen SA-1510-Befehle bleiben neben den unten aufgefuehrten RFS-Erweiterungen verfuegbar.
Das 512-KB-Flash-ROM ist in 4-KB-Seiten unterteilt. Das CPLD stellt zwei unabhaengig gepaged 4-KB-Fenster bereit:
Verfuegbare Befehle
- FXXX-Fenster (F000h-FFFFh): Seite 0 enthaelt das MZ-80A-AFI-Boot-ROM. Seite 1 enthaelt das MZ-700-AFI-Boot-ROM. Hoehere Seiten enthalten RFS-Module. Die aktive Seite wird durch Schreiben auf I/O-Port 0x61 ausgewaehlt.
- EXXX-Fenster (E300h-EFFFh): Seiten hier enthalten zusaetzlichen RFS-Code und Daten. Die aktive Seite wird durch Schreiben auf I/O-Port 0x60 ausgewaehlt. Nur 3,75 KB jeder 4-KB-Seite sind nutzbar (E000h-E2FFh ist fuer speicherabgebildete I/O des MZ-700/MZ-1500 reserviert).
Der vollstaendige Satz der RFS-Monitor-Befehle, die auf dem SFD-700 mkII verfuegbar sind, ist unten aufgefuehrt.
| Befehl | Parameter | Beschreibung |
|---|---|---|
| ASM | <address> | Ruft den eingebauten Z80-Assembler ab <address> auf. Geben Sie Mnemonics zeilenweise ein; assemblierte Bytes werden direkt in den RAM geschrieben und die Adresse rueckt automatisch vor. |
| B | n/a | Tastatureingabe-Piep aktivieren/deaktivieren. |
| BASIC | n/a | BASIC SA-5510 im ROM suchen, laden und ausfuehren. |
| C | [<8 bit value>] | Speicher von 0x1200 bis zur RAM-Obergrenze mit 0x00 oder dem angegebenen Bytewert initialisieren. |
| CP | <src addr> <dst addr> <size> | Speicherblock kopieren. Alle drei Argumente sind 4-stellige Hex-Werte: Quelladresse, Zieladresse, Byteanzahl. |
| CPM | n/a | CP/M 2.2 im ROM suchen, laden und booten. |
| D | <address>[<address2>] | Speicher von <address> bis <address2> (oder 20 Zeilen) in Hex und ASCII ausgeben. Ausgabe pausiert bei jeder Bildschirmseite; Taste druecken zum Fortfahren, ‘U’ zum Zurueckblaettern, ‘X’ zum Beenden. |
| DASM | <address>[<address2>] | Eingebauten Z80-Disassembler von <address> bis <address2> aufrufen. Zeigt Adresse, Hex-Bytes und Mnemonic fuer jede Instruktion. |
| F / FL | [<drive>] | Vom angegebenen Floppy-Laufwerk booten. Falls weggelassen, werden Sie zur Eingabe einer Laufwerksnummer aufgefordert. |
| FD | [<drive>] | Verzeichnisliste einer Floppy-Disk anzeigen. Die optionale Laufwerksnummer waehlt Laufwerk 1-4 (Standard: 1). |
| FC | <start> <end> <exec> | Speicherbereich in eine Floppy-Disk-Datei speichern. Sie werden zur Eingabe eines Dateinamens und einer Laufwerksnummer aufgefordert. |
| FD2T | <name> oder <file no.> | Datei von Floppy-Disk auf Kassettenband (CMT) kopieren. |
| T2FD | n/a | Programm von Band (CMT) laden und auf Floppy-Disk speichern. |
| H | n/a | Seitenweise Hilfeseite aller verfuegbaren Befehle anzeigen. |
| IR | n/a | Seitenweise Verzeichnisliste der im Flash-ROM-Laufwerk gespeicherten Programme. Jeder Eintrag zeigt eine Hex-Dateinummer und einen Dateinamen. |
| J | <address> | Zur angegebenen Adresse springen (Ausfuehrung starten). |
| L | LT | [<filename>] | Datei von Band (CMT) laden und ausfuehren. |
| LTNX | [<filename>] | Datei von Band (CMT) laden ohne Ausfuehrung. |
| LR | <name> oder <file no.> | Programm aus ROM nach Name oder Dateinummer laden und ausfuehren. |
| LRNX | <name> oder <file no.> | Programm aus ROM nach Name oder Dateinummer laden ohne Ausfuehrung. |
| M | <address> | Interaktiver Speichereditor ab <address>. Zeigt den aktuellen Bytewert; geben Sie einen neuen Hex-Wert ein und druecken Sie Enter zum Schreiben, oder druecken Sie nur Enter, um den Wert unveraendert zu lassen. |
| P | n/a | Test des angeschlossenen Druckers durchfuehren. |
| R | n/a | Umfassenden DRAM-Speichertest ueber 0x1200-0xCFFF durchfuehren. Meldet fehlgeschlagene Adressen. |
| S | ST | <start addr> <end addr> <exec addr> | Speicherblock auf Band (CMT) speichern. Sie werden zur Eingabe eines Dateinamens aufgefordert. |
| T | n/a | 8253-Timer testen. |
| V | n/a | Gerade auf Band gespeicherte Datei gegen die Originaldaten im Speicher verifizieren. |
Zwei Begleit-Tools werden im RFS-Repository zur Erstellung und Verwaltung von Floppy-Disk-Images bereitgestellt, die mit dem SFD-700 mkII kompatibel sind:
- MZFDTool (
tools/MZFD/MZFDTool) - erstellt und verwaltet rohe Floppy-Disk-Images fuer den MZ-700-FDC. Unterstuetzt Formatierung leerer Images, Verzeichnisanzeige, Hinzufuegen und Extrahieren von MZF-Dateien sowie Setzen eines Bootprogramms. Verwendung:MZFDTool format|dir|add|extract|boot [-o disk.img]. Standard-Imagedateiname:MZ700.img. - MZQDTool (
tools/MZQD/MZQDTool) - erstellt und verwaltet Quick Disk (QD) Images. Unterstuetzt Formatierung, Verzeichnisanzeige und Hinzufuegen von MZF-Dateien. Verwendung:MZQDTool format|dir|add [-o disk.qd]. Standard-Imagedateiname:MZ700.qd.
Fehlerbehebung
Host-Computer reagiert nicht auf Floppy-Befehle
- MODE-Jumper pruefen - ueberpruefen Sie, ob J1 korrekt fuer Ihre Host-Maschine eingestellt ist. Ein falscher MODE fuehrt dazu, dass das CPLD den falschen I/O-Adressbereich dekodiert oder das Boot-ROM nicht abbildet.
- Kartensitz pruefen - entfernen Sie den SFD-700 mkII und setzen Sie ihn erneut ein, wobei Sie sicherstellen, dass alle Kantenanschluss-Pins festen Kontakt haben.
- CPLD-Programmierung pruefen - wenn das CPLD nicht programmiert wurde (z.B. frisch vom Hersteller), funktioniert die Karte nicht. Programmieren Sie das CPLD mit dem Quartus Programmer oder einem USB-Blaster ueber den JTAG-Header J2. Siehe Technischer Leitfaden - CPLD-Programmierung.
- Flash-ROM-Programmierung verifizieren - das Flash-ROM muss den AFI-Boot-Code fuer Ihre Maschine enthalten. Programmieren Sie mit einem Standard-EPROM/Flash-Programmer mit der entsprechenden Binaerdatei aus dem Verzeichnis
ROM/des Repositorys.
Laufwerk dreht nicht hoch und sucht nicht
- Stromversorgung pruefen - stellen Sie sicher, dass das Floppy-Laufwerk 5V und 12V (fuer 5,25"-Laufwerke) erhaelt. 3,5"-Laufwerke benoetigen in der Regel nur 5V.
- Flachbandkabel-Orientierung pruefen - der rote Streifen am Flachbandkabel (Pin 1) muss mit Pin 1 von J3 am SFD-700 mkII und mit Pin 1 des Laufwerksanschlusses uebereinstimmen.
- Laufwerksauswahl-Schreibzugriff pruefen - die Firmware muss den korrekten Wert auf Port 0xDC schreiben, wobei das Motor-Bit (Bit 7) auf 1 gesetzt ist, gefolgt von einer Wartezeit fuer das Hochdrehen des Motors, bevor WD1773-Befehle ausgegeben werden.
- Terminierung pruefen - falsche Terminierung kann Signalreflexion verursachen, die das Laufwerk am Reagieren hindert. Nur das letzte Laufwerk am Kabel sollte terminiert sein.
Lesefehler / CRC-Fehler auf Floppy
- Dichteeinstelling pruefen - schreiben Sie den korrekten Wert auf Port 0xDE. Bit 0 Low = Doppeldichte (MFM), Bit 0 High = Einzeldichte (FM). Die meisten modernen 3,5"-Laufwerke und CP/M-Disketten verwenden Doppeldichte.
- Diskettenformat pruefen - der WD1773 ist ein Standard-MFM/FM-Controller. Disketten, die mit inkompatibler Geometrie formatiert wurden (falsche Spuranzahl, Sektorgroesse oder Interleave), erzeugen Fehler. Verwenden Sie das RFS-Formatierungstool, um Disketten speziell fuer den SFD-700 mkII vorzubereiten.
- Andere Diskette versuchen - Floppy-Medien degradieren mit der Zeit. Anhaltende Lesefehler auf mehreren Disketten koennen auf einen verschmutzten oder dejustierten Laufwerkskopf hinweisen; reinigen Sie mit einer Kopfreinigungsdiskette.
- MZ-80A Datenratenproblem - wenn Sie in MODE 0 (MZ-80A) arbeiten und sporadische Fehler sehen, bestaetigen Sie, dass das CPLD mit dem neuesten Bitstream programmiert ist. Die DRQ-zu-ROM-A10-Leitung, die die 2-MHz-CPU-Geschwindigkeitsbeschraenkung handhabt, muss korrekt funktionieren.
MZ-700: ROM nach bestimmten Softwareoperationen nicht sichtbar
- Dies ist erwartetes Verhalten. Wenn MZ-700-Software auf I/O-Port 0xE1 schreibt (DRAM auf D000h-FFFFh abbilden) oder 0xE5 (gesamten oberen Speicher sperren), deaktiviert das CPLD korrekt ROM und RAM des SFD-700 mkII. Das Schreiben auf 0xE3, 0xE4 oder 0xE6 aktiviert sie wieder. So funktioniert das MZ-700-Speicherverwaltungssystem, und das CPLD verfolgt es transparent.
- Wenn das ROM dauerhaft verschwindet und nicht wiederhergestellt werden kann, pruefen Sie, ob das CPLD das Z80_RESETn-Signal korrekt empfaengt - ein Reset loescht beide Paging-Statusbits und stellt die Standard-ROM-Zuordnung wieder her.
Referenzseiten
| Ressource | Link |
|---|---|
| SFD-700 mkII Projektseite | /de/sfd700/ |
| SFD-700 mkII Technischer Leitfaden | /de/sfd700-technicalguide/ |
| SFD-700 mkII Entwicklerhandbuch | /de/sfd700-developersguide/ |
| SFD-800 (Begleitkarte fuer MZ-800) | /sfd800/ |
| K&P SFD-800 Handbuch (Deutsch) | /Downloads/Manuals/KandP/sfd_mfd800.pdf |
| WD1773 Datenblatt | Western Digital / BPCD-Archive |
| Altera MAX7000S Datenblatt | Intel FPGA Produktseite |
| Quartus II 13.0.1 SP1 Web Edition | Intel FPGA Software Archive |