SFD-700 mkII Benutzerhandbuch

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SFD-700 mkII Benutzerhandbuch

Der SFD-700 mkII ist eine Floppy-Disk-Schnittstellenkarte fuer die Sharp MZ-Serie von Heim- und Geschaeftscomputern. Sie ermoeglicht den Anschluss von Standard-3,5"- oder 5,25"-Floppy-Disk-Laufwerken an Maschinen, die nie mit eingebauter Floppy-Unterstuetzung konzipiert wurden - oder die eine proprietaere und inzwischen schwer zu findende Erweiterungskarte benoetigten. Im Gegensatz zum originalen K&P SFD-700 von 1985, der nur im MZ-700 (und nur innerhalb der MZ-1U06-Erweiterungseinheit) funktionierte, ist der mkII ein voellig neues Design, das sieben verschiedene Sharp MZ-Hostmaschinen von einer einzigen Platine aus unterstuetzt, mittels eines Drei-Bit-MODE-Jumpers.
Dieses Handbuch behandelt alles, was zum Aufbau, zur Installation und zur Verwendung des SFD-700 mkII in Ihrem Sharp MZ-Computer benoetigt wird. Fuer detaillierte Hardware- und Logikdetails siehe den Technischen Leitfaden. Fuer Informationen zur Modifikation der CPLD-Logik oder ROM-Firmware siehe das Entwicklerhandbuch.

Was Sie benoetigen

Hardware
  • Eine SFD-700 mkII v1.2-Platine - sechs Reserveplatinen sind beim Autor erhaeltlich (nur Portokosten); Kontakt ueber die Website. Gerber-Dateien befinden sich im Verzeichnis releases/ des Repositorys zur Eigenfertigung.
  • Alle im Stuecklistenverzeichnis aufgefuehrten Bauteile (die interaktive KiCAD-BOM ist in kicad/v1.0/bom/ibom.html enthalten).
  • Ein Altera USB-Blaster (oder Klon) JTAG-Programmer zum Programmieren des CPLD nach der Montage.
  • Ein oder zwei 3,5"-PC-kompatible Floppy-Disk-Laufwerke (DD oder HD). 5,25"-Laufwerke werden ebenfalls unterstuetzt.
  • Ein 34-poliges IDC-Floppy-Flachbandkabel. Bei Verwendung von zwei Laufwerken muss das Kabel drei Anschluesse haben (PC-Stil mit Drehung zwischen Laufwerk B- und A-Anschluss).
  • Ein Floppy-Stromkabel-Verteiler (4-Pin-Molex- oder Berg/Mini-Stecker je nach Laufwerkstyp).
  • Ein Erweiterungsstecker fuer Ihre spezifische Host-Maschine - siehe Host-Anschluesse unten.
Software (zum Erstellen aus dem Quellcode)
  • Quartus II 13.0.1 SP1 Web Edition - erforderlich zum Kompilieren der CPLD-VHDL-Quelle. Diese spezifische Version wird benoetigt, da spaetere Versionen die Unterstuetzung fuer MAX7000S-Bausteine eingestellt haben. Verfuegbar im Intel FPGA Software Archive.
  • Logical Devices CUPL v4.0 (optional, nur fuer v1.0/v1.1-GAL-Dateien) - kann unter DOSBox ausgefuehrt werden.
Werkzeuge
  • Loetkolben mit feiner Spitze, Loetzinn und Flussmittel.
  • PLCC-84-Sockel (erforderlich - der EPM7128SLC84 ist ein oberflaechenmontiertes PLCC-Bauteil und sollte in einem Sockel eingesetzt werden, um die Neuprogrammierung zu ermoeglichen).
  • Antistatik-Matte und Handgelenkband - CMOS-Bausteine sind empfindlich gegen statische Aufladung.

Platinenueberblick

Die SFD-700 mkII v1.2-Platine traegt die folgenden Hauptkomponenten. Das Verstaendnis ihrer Positionen vor der Montage macht den Aufbauprozess unkompliziert.
Referenz Bauteil Beschreibung
U1 EPM7128SLC84-15 Altera MAX7000S CPLD im 84-Pin-PLCC-Gehaeuse - implementiert die gesamte Buslogik
U2 WD1773 Western Digital Floppy Disk Controller IC
U3 SST39SF040 (oder kompatibel) 512 KB Flash-ROM - speichert Boot-Firmware (AFI ROM, ROM Filing System-Seiten)
U4 62256 (32KB SRAM) Statisches RAM fuer ROM Filing System-Arbeitsbereich
X1 16 MHz Quarzoszillator Primaere Taktquelle - geteilt auf 8 MHz fuer den WD1773
J1 MODE-Jumper (3-Pin x 1) Waehlt die Host-Maschine (siehe MODE-Jumper)
J2 JTAG-Header (10-Pin) Verwendet zur CPLD-Programmierung ueber USB-Blaster
J3 Floppy-Anschluss (34-Pin IDC) Verbindet mit Floppy-Laufwerken ueber Standard-Flachbandkabel
J4 Host-Bus-Anschluss Verbindet mit dem Sharp MZ-Erweiterungsbus

v1.2 Platine

Platine Oberseite Platine Unterseite Platine 3D Oberseite Platine 3D Unterseite


Einstellen des MODE-Jumpers

Der Drei-Bit-MODE-Jumper (J1) teilt dem CPLD mit, in welcher Sharp MZ-Hostmaschine die Karte eingebaut ist. Der Wert wird vom CPLD bei jedem System-Reset gespeichert - er wird einmal beim Einschalten gelesen und intern gespeichert. Sie muessen den Jumper vor dem Einschalten des Host-Computers einstellen. Das Aendern des Jumpers bei eingeschaltetem Geraet hat keine Auswirkung bis zum naechsten Reset.
Der Jumper ist ein 3-Positionen-Binaer-Header. Das Kurzschliessen einer Jumperposition traegt 1 zum MODE-Wert bei; das Offenlassen traegt 0 bei. Die vollstaendige Wahrheitstabelle ist:
MODE Binaer (bit2:bit1:bit0) Host-Maschine
0 0 : 0 : 0 Sharp MZ-80A / MZ-1200
1 0 : 0 : 1 Sharp MZ-700
2 0 : 1 : 0 Sharp MZ-80B
3 0 : 1 : 1 Sharp MZ-800
4 1 : 0 : 0 Sharp MZ-1500
5 1 : 0 : 1 Sharp MZ-2000
6 1 : 1 : 0 Sharp MZ-2200
MZ-80A / MZ-1200 (MODE 0)
Der MZ-80A betreibt seine Z80-CPU mit 2 MHz, was zu langsam ist, um zuverlaessig das DRQ-(Data Request)-Flag des WD1773 abzufragen und jedes Byte abzuholen, bevor das naechste eintrifft. Das CPLD handhabt dies automatisch in MODE 0, indem es das DRQ-Signal direkt auf Flash-ROM-Adressbit A10 leitet. Doppelte Kopien der Leseroutine werden in jedem 1-KB-Segment des Boot-ROMs gespeichert - der DRQ-Status waehlt den korrekten Pfad direkt in der Hardware und umgeht die Software-Polling-Schleife vollstaendig. Sie muessen hierfuer nichts konfigurieren; es ist automatisch.
MZ-700 / MZ-1500 (MODEs 1 und 4)
Diese Maschinen verfuegen ueber einen Speicherverwaltungscontroller, der ihren internen DRAM und CGROM in den oberen Adressraum (D000h-FFFFh) ein- und ausblenden kann. Das CPLD ueberwacht die Speicherverwaltungs-I/O-Ports (0xE0-0xE6) und aktiviert oder deaktiviert automatisch das Flash-ROM und RAM des SFD-700, um alles konsistent mit dem Paging-Status des Hosts zu halten.
MZ-80B, MZ-800, MZ-2000, MZ-2200 (MODEs 2, 3, 5, 6)
Diese Maschinen enthalten Floppy-Disk-Bootstrap-Firmware in ihren eingebauten IPL-ROMs, sodass das Flash-ROM des SFD-700 nicht in den Adressraum abgebildet wird. Das CPLD uebernimmt weiterhin die I/O-Dekodierung, FDC-Steuerung und die vom WD1773 erforderliche Datenbus-Invertierung. Der eigene IPL-Code der Maschine kommuniziert direkt mit dem WD1773 ueber die I/O-Port-Dekodierlogik des CPLD.

Host-Anschluesse

Jede Sharp MZ-Maschine stellt ihren Erweiterungsbus ueber einen anderen Anschluss bereit. Nachfolgend eine Zusammenfassung der Anschlussmethode fuer jeden unterstuetzten Host.
Host Erweiterungsmethode Hinweise
MZ-80A / MZ-1200 Direkter Kantenanschluss am hinteren Erweiterungsport 50-Pin- oder 60-Pin-Busanschluss je nach Revision
MZ-700 MZ-1U06-Erweiterungseinheit oder benutzerdefinierter Adapter Siehe Hinweis unten bezueglich MZ-1U06 vs. benutzerdefinierter Adapter
MZ-80B Hinterer Erweiterungsslot Standard MZ-80B-Busheader
MZ-800 Hinterer Erweiterungsslot MZ-800-Busanschluss
MZ-1500 EXT700-Adapter oder direkter hinterer Erweiterungsanschluss Der EXT700-Adapter (separates Projekt) verbindet den MZ-700-artigen Erweiterungsbus
MZ-2000 MZ-2000-Erweiterungseinheit Slot im Erweiterungschassis
MZ-2200 MZ-2200-Erweiterungsslot Hinterer Erweiterungsanschluss
MZ-700-Hinweis: Der originale K&P SFD-700 war ausschliesslich fuer den Einsatz innerhalb der MZ-1U06-Erweiterungseinheit konzipiert, die externe Paging-Logik bereitstellte. Der SFD-700 mkII enthaelt seine eigene Paging-Logik im CPLD und funktioniert sowohl innerhalb des MZ-1U06 als auch in jedem benutzerdefinierten Erweiterungsadapter - dies ist eine der wichtigsten Verbesserungen gegenueber dem K&P-Original.

Installation im Host-Computer

Sicherheit zuerst: Schalten Sie den Host-Computer immer aus und trennen Sie ihn vom Stromnetz, bevor Sie eine Erweiterungskarte ein- oder ausbauen. Die Sharp MZ-Maschinen laufen mit 5V; das Ein- oder Aussetzen von Karten im eingeschalteten Zustand kann sowohl die Karte als auch den Host beschaedigen.
Allgemeines Installationsverfahren:
  1. Stellen Sie den MODE-Jumper (J1) am SFD-700 mkII fuer Ihre Host-Maschine ein, bevor Sie die Karte einbauen.
  2. Schalten Sie den Host-Computer aus und trennen Sie ihn vom Netz.
  3. Setzen Sie den SFD-700 mkII in den entsprechenden Erweiterungsslot oder Adapter fuer Ihre Maschine ein. Stellen Sie sicher, dass alle Kantenanschluss-Pins festen Kontakt haben.
  4. Verbinden Sie das 34-polige Floppy-Flachbandkabel von J3 am SFD-700 mkII mit Ihrem/Ihren Floppy-Laufwerk(en). Siehe Anschluss von Floppy-Laufwerken unten.
  5. Verbinden Sie die Floppy-Laufwerksstromversorgung vom internen Netzteil des Hosts oder einem externen Netzteil.
  6. Schalten Sie den Host-Computer ein.

Anschluss von Floppy-Laufwerken

Der SFD-700 mkII unterstuetzt bis zu vier Laufwerke (A bis D). In der Praxis ist eine Konfiguration mit einem oder zwei Laufwerken am haeufigsten. Standard-3,5"-PC-kompatible Double-Density-(DD)- oder High-Density-(HD)-Laufwerke funktionieren ebenso wie 5,25"-Geraete.

Laufwerksauswahl und Motorsteuerung
Die Laufwerksauswahl wird durch Schreiben auf I/O-Port 0xDC gesteuert. Die unteren drei Bits kodieren das aktive Laufwerk:
Bits [2:0] Wert Ausgewaehltes Laufwerk
0 Keines (alle abwaehlen)
4 Laufwerk A
5 Laufwerk B
6 Laufwerk C
7 Laufwerk D
Bit 7 desselben Bytes steuert den Spindelmotor - schreiben Sie 1, um den Motor zu starten, 0, um ihn zu stoppen. Der Motor muss laufen (und der Laufwerkskopf muss eingeschwungen sein), bevor Lese- oder Schreibbefehle an den WD1773 ausgegeben werden.
Kabel-Hinweis: Standard-PC-Floppy-Kabel haben eine Drehung zwischen den B- und A-Anschluessen. Bei Verwendung eines Kabels mit Drehung reagiert das physisch am Endanschluss (nach der Drehung) angeschlossene Laufwerk als Laufwerk A; der mittlere Anschluss ist Laufwerk B. Beide Laufwerke sollten ihren DS-(Drive Select)-Jumper auf DS1 (Drive 1) eingestellt haben, wenn ein Kabel mit Drehung verwendet wird. Bei Verwendung eines geraden (ohne Drehung) Kabels stellen Sie die Drive-Select-Jumper einzeln ein (DS0 fuer Laufwerk A, DS1 fuer Laufwerk B).
Terminierung: Nur das letzte Laufwerk am Kabel sollte seinen Terminierungswiderstandspack eingesetzt haben. Bei den meisten modernen 3,5"-Laufwerken ist der Terminator eingebaut und kann nicht entfernt werden - dies ist fuer Einzellaufwerkskonfigurationen in Ordnung. Bei Zwei-Laufwerks-Konfigurationen mit aelteren 5,25"-Laufwerken entfernen Sie den Terminator von Laufwerk A (dem mittleren Anschluss) und lassen ihn nur an Laufwerk B (Kabelende) eingesetzt.

Einschalten und Ersttest

Nach Installation und Laufwerksanschluss schalten Sie den Host-Computer ein. Das erwartete Verhalten haengt von der Host-Maschine ab:
MZ-80A / MZ-1200: Die Maschine startet normal von ihrem eingebauten Monitor-ROM. Um von einer Floppy-Disk zu booten, geben Sie F am Monitor-Prompt ein. Das AFI-ROM des SFD-700 mkII uebernimmt die Kontrolle, dreht Laufwerk A hoch und versucht, den Bootsektor zu laden.
MZ-700: Ebenfalls normal booten und F am Monitor-Prompt eingeben, um einen Floppy-Boot einzuleiten. Wenn das ROM Filing System (RFS) in das Flash-ROM des SFD-700 mkII programmiert wurde, enthaelt das Anmelde-Banner "+ RFS" und der vollstaendige RFS-Befehlssatz ist am * -Prompt verfuegbar - siehe den Abschnitt ROM Filing System unten.
MZ-80B, MZ-800, MZ-2000, MZ-2200: Diese Maschinen booten automatisch von Floppy, wenn eine bootfaehige Diskette in Laufwerk A eingelegt ist und der IPL der Maschine das Laufwerk erkennt. Beim MZ-80B und MZ-800 initialisiert die eingebaute Monitor-Firmware den WD1773 direkt ueber die I/O-Ports des SFD-700.
MZ-1500: Erfordert den EXT700-Adapter oder Aequivalent. Folgen Sie dem MZ-700-Bootverfahren, sobald der Adapter angeschlossen ist.
Wenn die Maschine nicht auf Floppy-Befehle reagiert, ueberpruefen Sie die MODE-Jumper-Einstellung, verifizieren Sie die Orientierung des Flachbandkabels (Pin 1 des Kabels, ueblicherweise durch einen roten Streifen gekennzeichnet, muss mit Pin 1 von J3 am SFD-700 mkII uebereinstimmen) und stellen Sie sicher, dass das Laufwerk Strom hat.

ROM Filing System (RFS)

Das ROM Filing System (RFS) ist eine Software-Suite, die im Flash-ROM des SFD-700 mkII gespeichert ist und den Monitor der Host-Maschine mit einem umfassenden Satz erweiterter Befehle erweitert. RFS wurde vom tranZPUter-Projekt portiert und fuer die SFD-700 mkII-Hardware angepasst. Beim Booten wird das vertraute SA-1510-Monitor-Anmeldebanner mit "+ RFS" ergaenzt, wenn das Filing System erfolgreich initialisiert wurde, und der Standard-* -Prompt erscheint. Alle originalen SA-1510-Befehle bleiben neben den unten aufgefuehrten RFS-Erweiterungen verfuegbar.

Flash-ROM-Seitenlayout
Das 512-KB-Flash-ROM ist in 4-KB-Seiten unterteilt. Das CPLD stellt zwei unabhaengig gepaged 4-KB-Fenster bereit:
  • FXXX-Fenster (F000h-FFFFh): Seite 0 enthaelt das MZ-80A-AFI-Boot-ROM. Seite 1 enthaelt das MZ-700-AFI-Boot-ROM. Hoehere Seiten enthalten RFS-Module. Die aktive Seite wird durch Schreiben auf I/O-Port 0x61 ausgewaehlt.
  • EXXX-Fenster (E300h-EFFFh): Seiten hier enthalten zusaetzlichen RFS-Code und Daten. Die aktive Seite wird durch Schreiben auf I/O-Port 0x60 ausgewaehlt. Nur 3,75 KB jeder 4-KB-Seite sind nutzbar (E000h-E2FFh ist fuer speicherabgebildete I/O des MZ-700/MZ-1500 reserviert).

Verfuegbare Befehle
Der vollstaendige Satz der RFS-Monitor-Befehle, die auf dem SFD-700 mkII verfuegbar sind, ist unten aufgefuehrt.
Befehl Parameter Beschreibung
ASM <address> Ruft den eingebauten Z80-Assembler ab <address> auf. Geben Sie Mnemonics zeilenweise ein; assemblierte Bytes werden direkt in den RAM geschrieben und die Adresse rueckt automatisch vor.
B n/a Tastatureingabe-Piep aktivieren/deaktivieren.
BASIC n/a BASIC SA-5510 im ROM suchen, laden und ausfuehren.
C [<8 bit value>] Speicher von 0x1200 bis zur RAM-Obergrenze mit 0x00 oder dem angegebenen Bytewert initialisieren.
CP <src addr> <dst addr> <size> Speicherblock kopieren. Alle drei Argumente sind 4-stellige Hex-Werte: Quelladresse, Zieladresse, Byteanzahl.
CPM n/a CP/M 2.2 im ROM suchen, laden und booten.
D <address>[<address2>] Speicher von <address> bis <address2> (oder 20 Zeilen) in Hex und ASCII ausgeben. Ausgabe pausiert bei jeder Bildschirmseite; Taste druecken zum Fortfahren, ‘U’ zum Zurueckblaettern, ‘X’ zum Beenden.
DASM <address>[<address2>] Eingebauten Z80-Disassembler von <address> bis <address2> aufrufen. Zeigt Adresse, Hex-Bytes und Mnemonic fuer jede Instruktion.
F / FL [<drive>] Vom angegebenen Floppy-Laufwerk booten. Falls weggelassen, werden Sie zur Eingabe einer Laufwerksnummer aufgefordert.
FD [<drive>] Verzeichnisliste einer Floppy-Disk anzeigen. Die optionale Laufwerksnummer waehlt Laufwerk 1-4 (Standard: 1).
FC <start> <end> <exec> Speicherbereich in eine Floppy-Disk-Datei speichern. Sie werden zur Eingabe eines Dateinamens und einer Laufwerksnummer aufgefordert.
FD2T <name> oder <file no.> Datei von Floppy-Disk auf Kassettenband (CMT) kopieren.
T2FD n/a Programm von Band (CMT) laden und auf Floppy-Disk speichern.
H n/a Seitenweise Hilfeseite aller verfuegbaren Befehle anzeigen.
IR n/a Seitenweise Verzeichnisliste der im Flash-ROM-Laufwerk gespeicherten Programme. Jeder Eintrag zeigt eine Hex-Dateinummer und einen Dateinamen.
J <address> Zur angegebenen Adresse springen (Ausfuehrung starten).
L | LT [<filename>] Datei von Band (CMT) laden und ausfuehren.
LTNX [<filename>] Datei von Band (CMT) laden ohne Ausfuehrung.
LR <name> oder <file no.> Programm aus ROM nach Name oder Dateinummer laden und ausfuehren.
LRNX <name> oder <file no.> Programm aus ROM nach Name oder Dateinummer laden ohne Ausfuehrung.
M <address> Interaktiver Speichereditor ab <address>. Zeigt den aktuellen Bytewert; geben Sie einen neuen Hex-Wert ein und druecken Sie Enter zum Schreiben, oder druecken Sie nur Enter, um den Wert unveraendert zu lassen.
P n/a Test des angeschlossenen Druckers durchfuehren.
R n/a Umfassenden DRAM-Speichertest ueber 0x1200-0xCFFF durchfuehren. Meldet fehlgeschlagene Adressen.
S | ST <start addr> <end addr> <exec addr> Speicherblock auf Band (CMT) speichern. Sie werden zur Eingabe eines Dateinamens aufgefordert.
T n/a 8253-Timer testen.
V n/a Gerade auf Band gespeicherte Datei gegen die Originaldaten im Speicher verifizieren.

Disk-Image-Tools
Zwei Begleit-Tools werden im RFS-Repository zur Erstellung und Verwaltung von Floppy-Disk-Images bereitgestellt, die mit dem SFD-700 mkII kompatibel sind:
  • MZFDTool (tools/MZFD/MZFDTool) - erstellt und verwaltet rohe Floppy-Disk-Images fuer den MZ-700-FDC. Unterstuetzt Formatierung leerer Images, Verzeichnisanzeige, Hinzufuegen und Extrahieren von MZF-Dateien sowie Setzen eines Bootprogramms. Verwendung: MZFDTool format|dir|add|extract|boot [-o disk.img]. Standard-Imagedateiname: MZ700.img.
  • MZQDTool (tools/MZQD/MZQDTool) - erstellt und verwaltet Quick Disk (QD) Images. Unterstuetzt Formatierung, Verzeichnisanzeige und Hinzufuegen von MZF-Dateien. Verwendung: MZQDTool format|dir|add [-o disk.qd]. Standard-Imagedateiname: MZ700.qd.

Fehlerbehebung

Host-Computer reagiert nicht auf Floppy-Befehle

  • MODE-Jumper pruefen - ueberpruefen Sie, ob J1 korrekt fuer Ihre Host-Maschine eingestellt ist. Ein falscher MODE fuehrt dazu, dass das CPLD den falschen I/O-Adressbereich dekodiert oder das Boot-ROM nicht abbildet.
  • Kartensitz pruefen - entfernen Sie den SFD-700 mkII und setzen Sie ihn erneut ein, wobei Sie sicherstellen, dass alle Kantenanschluss-Pins festen Kontakt haben.
  • CPLD-Programmierung pruefen - wenn das CPLD nicht programmiert wurde (z.B. frisch vom Hersteller), funktioniert die Karte nicht. Programmieren Sie das CPLD mit dem Quartus Programmer oder einem USB-Blaster ueber den JTAG-Header J2. Siehe Technischer Leitfaden - CPLD-Programmierung.
  • Flash-ROM-Programmierung verifizieren - das Flash-ROM muss den AFI-Boot-Code fuer Ihre Maschine enthalten. Programmieren Sie mit einem Standard-EPROM/Flash-Programmer mit der entsprechenden Binaerdatei aus dem Verzeichnis ROM/ des Repositorys.

Laufwerk dreht nicht hoch und sucht nicht

  • Stromversorgung pruefen - stellen Sie sicher, dass das Floppy-Laufwerk 5V und 12V (fuer 5,25"-Laufwerke) erhaelt. 3,5"-Laufwerke benoetigen in der Regel nur 5V.
  • Flachbandkabel-Orientierung pruefen - der rote Streifen am Flachbandkabel (Pin 1) muss mit Pin 1 von J3 am SFD-700 mkII und mit Pin 1 des Laufwerksanschlusses uebereinstimmen.
  • Laufwerksauswahl-Schreibzugriff pruefen - die Firmware muss den korrekten Wert auf Port 0xDC schreiben, wobei das Motor-Bit (Bit 7) auf 1 gesetzt ist, gefolgt von einer Wartezeit fuer das Hochdrehen des Motors, bevor WD1773-Befehle ausgegeben werden.
  • Terminierung pruefen - falsche Terminierung kann Signalreflexion verursachen, die das Laufwerk am Reagieren hindert. Nur das letzte Laufwerk am Kabel sollte terminiert sein.

Lesefehler / CRC-Fehler auf Floppy

  • Dichteeinstelling pruefen - schreiben Sie den korrekten Wert auf Port 0xDE. Bit 0 Low = Doppeldichte (MFM), Bit 0 High = Einzeldichte (FM). Die meisten modernen 3,5"-Laufwerke und CP/M-Disketten verwenden Doppeldichte.
  • Diskettenformat pruefen - der WD1773 ist ein Standard-MFM/FM-Controller. Disketten, die mit inkompatibler Geometrie formatiert wurden (falsche Spuranzahl, Sektorgroesse oder Interleave), erzeugen Fehler. Verwenden Sie das RFS-Formatierungstool, um Disketten speziell fuer den SFD-700 mkII vorzubereiten.
  • Andere Diskette versuchen - Floppy-Medien degradieren mit der Zeit. Anhaltende Lesefehler auf mehreren Disketten koennen auf einen verschmutzten oder dejustierten Laufwerkskopf hinweisen; reinigen Sie mit einer Kopfreinigungsdiskette.
  • MZ-80A Datenratenproblem - wenn Sie in MODE 0 (MZ-80A) arbeiten und sporadische Fehler sehen, bestaetigen Sie, dass das CPLD mit dem neuesten Bitstream programmiert ist. Die DRQ-zu-ROM-A10-Leitung, die die 2-MHz-CPU-Geschwindigkeitsbeschraenkung handhabt, muss korrekt funktionieren.

MZ-700: ROM nach bestimmten Softwareoperationen nicht sichtbar

  • Dies ist erwartetes Verhalten. Wenn MZ-700-Software auf I/O-Port 0xE1 schreibt (DRAM auf D000h-FFFFh abbilden) oder 0xE5 (gesamten oberen Speicher sperren), deaktiviert das CPLD korrekt ROM und RAM des SFD-700 mkII. Das Schreiben auf 0xE3, 0xE4 oder 0xE6 aktiviert sie wieder. So funktioniert das MZ-700-Speicherverwaltungssystem, und das CPLD verfolgt es transparent.
  • Wenn das ROM dauerhaft verschwindet und nicht wiederhergestellt werden kann, pruefen Sie, ob das CPLD das Z80_RESETn-Signal korrekt empfaengt - ein Reset loescht beide Paging-Statusbits und stellt die Standard-ROM-Zuordnung wieder her.

Referenzseiten

Ressource Link
SFD-700 mkII Projektseite /de/sfd700/
SFD-700 mkII Technischer Leitfaden /de/sfd700-technicalguide/
SFD-700 mkII Entwicklerhandbuch /de/sfd700-developersguide/
SFD-800 (Begleitkarte fuer MZ-800) /sfd800/
K&P SFD-800 Handbuch (Deutsch) /Downloads/Manuals/KandP/sfd_mfd800.pdf
WD1773 Datenblatt Western Digital / BPCD-Archive
Altera MAX7000S Datenblatt Intel FPGA Produktseite
Quartus II 13.0.1 SP1 Web Edition Intel FPGA Software Archive